Umwelttag der Gemeinde Biebergemünd

13.04.2016

Deutschland soll ja Weltmeister im Müll trennen sein, wenn man jedoch in die Landschaft schaut, scheint dieser Titel mehr als fragwürdig. An Straßenrändern, in Gräben und immer wieder mitten in der Landschaft sind die fragwürdigen Hinterlassenschaften so mancher Umweltsünder zu entdecken. Seit knapp 20 Jahren kämpft die Gemeinde Biebergemünd jedes Jahr mit einer Umweltaktion gegen die fragwürdige Praxis der Müllentsorgung an und die vielen Helfern sind dabei noch nicht arbeitslos geworden. „Wir entdecken immer wieder neue Stellen die neu vermüllt sind aber auch Altlasten“, erklärte Gemeindejugendwart Steffen Grob. Wie immer waren die Jugendfeuerwehren von Biebergemünd mit von der Partie. Auch die Angelsportvereine von Bieber, Kassel und Wirtheim, Mitglieder des NABU und der Jagdpächter von Roßbach beteiligten sich an der Landschaftssäuberungsaktion, die so einiges zutage förderte. „Wir haben außer sehr viel Kleinmüll zwei Autoreifen, ein Campingstuhl, ein Wäscheständer und Haufenweise Hundehaufen gefunden“, erklärten die Mitglieder der Roßbacher Jugendfeuerwehr. Die Hundhaufen wurden natürlich nicht eingesammelt, aber man musste ordentlich aufpassen, damit die Schmiere nicht an den Sohlen hängen blieb. Steffen Grob hatte sich mit einer Gruppe der Jugendfeuerwehr Bieber die Sauhohle vorgenommen, ein alter Müllabladeplatz. Neun Säcke voll mit Plastikmüll, Gartenstühle und ein Dachfenster war hier die Ausbeute. Liesa Freund hatte mit ihrer Gruppe ein Schafsoberkiefer mit Zähnen, jede Menge Glasflaschen und einige fertig gepackte Müllsäcke in der Landschaft zusammengetragen. In Lanzingen war die Ausbeute ein Holzklappstuhl, der nur etwas Farbe bräuchte, um wieder zu glänzen, ansonsten sei relativ wenig zusammengekommen. Die Kasseler und Wirtheimer Jugendfeuerwehr hatten auch so einiges vorzuweisen, das am Ende in den Müllbehältern der Containerstationen landete, denn jedes Jahr wird wieder Müll entdeckt, der in den Vorjahren übersehen wurde. Neben der Müllbilanz blieb ein Sammelfahrzeug in einem Schlammloch stecken und bei einem anderen Auto lief der Motor so heiß, dass er in die Werkstatt musste.

Nach drei Stunden auf den Spuren des Mülls sammelten sich die Jugendlichen im Feuerwehrstützpunkt Bieber, wo Hunger und Durst gestillt werden konnte.

Gemeindejugendwart Steffen Grob freute sich, dass wieder alle Jugendfeuerwehren der Gemeinde an der diesjährigen Aktion teilgenommen haben, und begrüßte Bürgermeister Manfred Weber, so wie Bernd Samer den Umweltbeauftragten der Gemeinde. Bürgermeister Weber ließ es sich nicht nehmen den Jugendlichen zu danken. „Der Umwelttag ist ein fester Bestandteil in unserem Jahresablauf und eures Wirkens“, erklärte Weber. Damit und mit der Weihnachtsbaumsammelaktion im Januar gäbe es zwei Termine bei denen sich die Jugendlichen der Bevölkerung zeigten und für soziale Zwecke unterwegs seinen. „Ihr sammelt den Dreck anderer, ihr tut dies in bravouröser Weise und ich möchte mich bei euch für dieses Engagement bedanken und euch ermutigen weiterhin den Jugendfeuerwehren treu zu bleiben und in eurem Freundeskreis zu werben, denn ihr werdet gebraucht“, schloss der Bürgermeister.

„Es ist wahrlich nicht selbstverständlich, dass wir anderen ihren Scheißdreck einsammeln“, drückte Bernd Samer die Sache etwas drastischer aus. „Ihr habt wieder dazu beigetragen, dass es bei uns wieder etwas schöner ist!“ Ein Trostpflaster hatte Samer am Ende doch noch bei seiner Müllbilanz. Die konsequenten und langjährigen Sammelaktion zeigten langsam dahin Wirkung, dass die Müllmenge insgesamt abgenommen habe.

Erschienen in der GNZ am 12.04.2016
 

Foto: Die großen und kleinen Helfer des diesjährigen Umwelttages