Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehren von Biebergemünd

13.04.2016

Am vergangenen Freitag probten die Feuerwehren aus Biebergemünd bei einer nicht bekannten Alarmübung an einem leerstehenden Haus in Roßbach den Ernstfall.

Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund, sein zweiter Stellvertreter Thomas Petrausch und der Roßbacher Wehrführer Franz-Josef Prasch hatten die Übung ausgearbeitet.

Folgende Lage fanden die Einsatzkräfte in Roßbach „An der Bärenwiese“ an einem leerstehenden, zweistöckigen Wohnhaus, das demnächst abgerissen wird, vor:

Im zweiten Stock brannten mehrere Zimmer auf der rechten Seite des Gebäudes. das Treppenhaus war nicht mehr begehbar. Drei Personen befanden sich aber noch auf der linken Seite des zweiten Stockes und riefen lautstark an verschiedenen Fenstern um Hilfe.

Um das Ganze noch etwas dramatischer aussehen zu lassen, wurde eine Nebelmaschine im Gebäude betrieben, deren Rauchschwarten aus allen Fenstern und Ritzen kamen.

Um 17:10 Uhr wurden alle Feuerwehren von Biebergemünd und die Drehleiter aus Bad Orb mit dem Einsatzstichwort „Wohnungsbrand in Biebergemünd-Roßbach, An der Bärenwiese 2, Menschen in Gefahr“ über Funkmeldeempfänger und Sirene alarmiert.

 

Als erste Feuerwehr war um 17:18 Uhr die Feuerwehr Roßbach mit ihrem Löschgruppenfahr-zeug vor Ort. Gruppenführer Florian Amberg erkundete die Lage und schickte sofort den Angriffstrupp unter Atemschutz mit einem C-Srahlrohr zur Menschenrettung in das Gebäude. Die Wasserversorgung wurde über Hydranten vorgenommen. Ein zweiter und ein dritter Trupp nahmen indes die Brandbekämpfung mit C-Strahlrohren von außen vor. Der Angriffstrupp im Inneren stellte beim Erkunden fest, dass der Treppenaufgang zum 1. Stock bereits brannte und nicht mehr zu begehen war.

Um 17:21 Uhr traf die Feuerwehr Bieber mit dem Einsatzleitwagen 1, dem Löschgruppenfahr-zeug 16/12 und dem Tanklöschfahrzeug 16/25 an der Einsatzstelle ein. Die Gemeindebrand-inspektion hatte inzwischen die Einsatzleitung übernommen.

Die Feuerwehr Bieber hatte den Auftrag auf der Rückseite des Gebäudes über eine Steckleiter die Menschenrettung durchzuführen. Ein Trupp unter Atemschutz kletterte über die Leiter in das 1. Obergeschoss und sicherte mit Leinen eine ältere Frau sowie zwei Männer bei der Rettung über die Steckleiter. Zwischenzeitlich wurden von weiteren Trupps der Wehr Bieber die Brand-bekämpfung mit einem B- und mehreren C-Strahlrohren von außen vorgenommen. Nachdem die Rettung der Bewohner über die Leiter erfolgt war, kam es zu einer Durchzündung im gesamten Ober- und Dachgeschoss. Ein Innenangriff war jetzt nicht mehr möglich, weshalb alle Trupps aus dem Gebäude beordert wurden. Priorität hatte jetzt das Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude zu verhindern. Hierzu wurden die Feuerwehren aus Breitenborn, Lanzingen und Biebergemünd-Nord mit ihren Feuerwehrfahrzeugen aus dem Bereitstellungs-raum an der Spessart-Quelle einzeln zur Einsatzstelle beordert und eingesetzt. Die Feuer-wehren Breitenborn und Lanzingen stellten jeweils die Wasserversorgung mit Saugschläuchen aus dem Bieberbach mit ihren Tragkraftspritzen auf dem Bolzplatz bzw. auf dem Gelände der Firma Josef Prasch KG her und schirmten mit insgesamt 5 Strahlrohren die benachbarten Gebäude ab.

Die beiden Löschgruppenfahrzeuge der Feuerwehr Biebergemünd-Nord übernahmen die Löschwasserzuführung aus dem Bieberbach zur Feuerwehr Bieber und zur der inzwischen am alten Rathaus eingetroffenen und zur Brandbekämpfung eingesetzten Drehleiter 23/12 der Feuerwehr Bad Orb.

Nach einer Stunde und 15 Minuten hieß es, „Feuer aus!“.

Neben den 77 Übungsteilnehmern der Feuerwehren nahmen zwei Einsatzkräfte der Übungsleitung, sowie drei Mimen der Feuerwehr Biebergemünd und als Übungsbeobachter Bürgermeister Manfred Weber mit seiner Ehefrau Karin teil.

Im Anschluss an die Übung hatten sich alle Teilnehmer, angesichts der schweißtreibenden Arbeit, eine Erfrischung redlich verdient.

Die anschließende kurze Übungsnachbesprechung verdeutlichte die Wichtigkeit von solchen Übungen, welche die Zusammenarbeit verschiedener Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei unvorhergesehenen Ereignissen trainieren soll.

Das Fazit des Gemeindebrandinspektors Hartmut Freund und der Übungsleitung fiel am Ende positiv aus. „Die Zusammenarbeit der Hilfskräfte hat funktioniert, die gestellten Aufgaben wurden zu 100 Prozent bewältigt, es gilt aber das Eine oder Andere auf Standortebene noch zu optimieren.

Bürgermeister Manfred Weber bedankte sich bei den beteiligten Einsatzkräften, Übungsleitern und Mimen, dass sie sich an diesem Nachmittag die Zeit genommen haben um an dieser Übung teilzunehmen.