BF-Tag der Jugendfeuerwehr

13.09.2016

Einmal in die Rolle eines richtigen Berufsfeuerwehrmannes schlüpfen, das ist wohl der Traum vieler Jungen und Mädchen. Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehren von Bieber und Roßbach geht dieser Traum alle zwei Jahre in Erfüllung. Dann wird nämlich der Feuerwehrstützpunkt in Bieber in eine richtige Feuerwache umgewandelt, welche die Jugendlichen dann ordnungsgemäß besetzen. Früh um acht Uhr hieß es dann für 21 Mädchen und Jungen einrücken zum Dienstbeginn. Wehrführer Thomas Petrausch begrüßte die Berufsfeuerwehrleute in spe. Dann folgte die Einweisung in den Organisationsablauf und die Einteilung auf die Fahrzeuge. Gespannt warteten die Jugendlichen auf das kommende Szenario, denn die Älteren Jugendfeuerwehrmitglieder wussten schon, dass da einiges an Aufgaben auf die Truppe zukommt. Im Stützpunkt wurden jetzt erst einmal die Ruheräume hergerichtet. Ein Matratzenlager im Jugendraum für die Mädchen und ein Matratzenlager im Unterrichtsraum für die Jungs. Mit Fahrzeugkunde und Bereitschaftszeit harrte man dann auf das Kommende.

Zuerst einmal aber wartete das Frühstücksbuffet darauf geräubert zu werden. Die Mädchen und Jungen langten ordentlich zu und bald waren die Tische leergefegt. Lange konnten die Jugendlichen nicht verdauen. Der Alarmgong unterbrach das aufgeregte Geschnatter und es wurde plötzlich mucksmäuschenstill im Feuerwehrstützpunk. „Achtung, Achtung, Einsatz für die Feuerwehren Bieber und Roßbach Wasser im Gebäude“, tönte es aus den Lautsprechern. Rasch wurden die Fahrzeuge besetzt und mit Blaulicht ging es Richtung Sportheim. Nun dürfen die Jugendlichen bekanntlich noch keine Fahrzeuge lenken, auch wenn sie für 24 Stunden Berufsfeuerwehrleute sind. Zum Glück gibt’s aber auch noch die Großen aus der Einsatzabteilung, die dem Feuerwehrnachwuchs wieder tatkräftig als Fahrer oder Maschinist zur Seite standen. Jetzt galt es aber erst einmal das Wasser aus dem Sportheim zu bekommen. Für die Jugendlichen kein Problem, schließlich haben sie ja schon einige Erfahrung im Unterricht gesammelt und so kam der Wassersauger zum Einsatz, um die Fluten zu beseitigen. Luft holen gab es nicht, kaum waren die Geräte verstaut, kam schon der nächste Einsatz und so ging es vom Sportplatz direkt weiter Richtung Jugendheim. Am Hexenhäuschen blockierte ein Bau das Weiterkommen. Dem Voraustrupp war das Szenario anscheinend profan er entdeckte ein weitaus lohnenderes Einsatzobjekt. Nicht weit vom ersten Objekt war ein großer Baum umgestürzt und hatte sich im Geäst seines Nachbarn verfangen. „Den holen wir runter“, der Entschluss wurde sogleich in die Tat umgesetzt. Mit der Winde des Rüstwagens wurde kräftig gezogen, jedoch so leicht wie sich die Jugendlichen das vorgestellt hatten ging es dann doch nicht. Der Baum leistete massiv Widerstand. Am Ende obsiegte die Verbissenheit der Jugendlichen, die die Gefahrenstelle nach schweißtreibender Arbeit beseitigten. „Respekt zollten, die beteiligten Großen, die meinten, „unser Nachwuchs braucht sich vor den Aktiven nicht zu verstecken!“

Nun gibt es in Bieber und Roßbach nicht alle Tage irgendwelche Einsätze, man ist ja schließlich nicht in der Großstadt und wenn, dann dürfen die Jugendlichen hier schon gar nicht zum Einsatz kommen, also wurde kräftig nachgeholfen. Die Jugendwarte und die Wehrführung hatten sich wieder so einiges einfallen lassen, um ihre Jugendfeuerwehrleute auf Trab zu halten. Nach dem Mittagessen ging der nächste Alarm los. „Ölspur im Kolberich und auf dem Festplatz“. Jetzt war die Truppe schon cooler unterwegs, das Gerangel um die besten Plätze löste die Einsatzordnung und so wurden in aller Ruhe die Fahrzuge besetzt und ab ging es Richtung Einsatzstellen, wo dann eifrig die Ölspur gekehrt welche zum Glück nur aus Kakaopulver bestand. Kaum waren die Fahrzuge wieder aufgerüstet ging der nächste Einsatz nach Roßbach. „Fahrzeugbrand am Dorfgemeinschaftshaus“ tönte der Alarm. Vorweg das LF16. Rasch wurde ein Atemschutztrupp ausgerüstet, während die Nebelmaschine Auto  auf Hochtouren lief. Vorschriftsmäßig ausgerüstet, natürlich nur mit Atemschutzflaschen zum Üben, löschte ging der Angriffstrupp mit Schaum gegen das Feuer vor.  Bald hieß es Feuer aus. Aber irgendwie roch es jetzt schon komisch, irgendwie nach Wald oder so. „Das kommt vom Fichtennadelbadeschaum, den wir für den Schaumangriff genommen haben“, kommentierte einer der Jungs. Auch wenn es jetzt nach Fichtennadeln riecht die Aufgabe wurde mit Bravour gelöst.“

Es ging Schlag auf Schlag weiter. Kellerbrand im alten Rathaus in Roßbach und gegen 21:30 Uhr die Krönung. Ein richtiges Feuer im Sägewerk Prasch. Am Abend wurde dann gegrillt und mit Brettspielen, Tischfußball, Aufräumen und Fahrzeuge sauber machen ging es in die verdiente Nachtruhe. Die wurde noch einmal jäh um 1:30 Uhr Unterbrochen, da wurden die müden Berufsfeuerwehrleute jäh zu einer Personensuche aus dem Schlaf gerissen. Am Burgberg wurde der Lichtmast aufgebaut und mit der Wärmebildkamera ging es auf Personensuche. Am nächsten Morgen nach dem Appell und dem gemeinsamen Frühstück hieß es dann für viele schnell nach Hause ins Bett und erst einmal ausschlafen, so ein Berufsfeuerwehrtag ist doch ganz schön anstrengend aber voll cool.

Erschienen in der GNZ am 16.09.2016
 

Foto: Die Mitglieder der JF beim Beseitigen einer Ölspur