Jugendfeuerwehren sammeln Weihnachtsbäume ein

18.01.2017

Wohin mit dem ausgedienten Tannengrün? In Biebergemünd keine Problem, da kümmern sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehren seit Jahrzehnten um die Entsorgung. Bis Mitte Januar müssen sich die Besitzer allerdings gedulden, bis sie sich von ihrem weihnachtlichen Schmuckstück trennen können. Wobei die meisten der Nadelgewächse allerdings schon einen recht traurigen Eindruck machen. Also nix wie weg bevor die Nadeln gar nicht mehr aus dem Teppichfilz rausgehen. Bevor es jedoch Nordmanntanne, Fichte und Blautanne an den Nadeln geht treffen sich die Biebergemünder Jugendfeuerwehren zur gemeinsamen Stärkung. In diesem Jahr durfte die Freiwillige Feuerwehr Roßbach das Frühstücksbuffet herrichten und so trudelte am frühen Samstagmorgen manch müder Jugendfeuerwehrangehöriger im Roßbacher Dorfgemeinschaftshaus ein. Auch Bürgermeister Manfred Weber hatte sich zu ungewohnt früher Stunde aufgemacht um den Feuerwehrnachwuchs zu motivieren.

Die scharrten derweil mit den Hufen angesichts des Brötchenberges und der Wurstplatten, mussten sich aber noch etwas gedulden. Gemeindejugendwart Steffen Grob schritt zur Begrüßung, die neben den Jugendlichen vor allem Bürgermeister Weber und dem Stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Markus Staab galt. „Ich freue mich, dass wieder alle vier Jugendfeuerwehren von Biebergemünd an der Aktion teilnehmen“, erklärte Grob.

„Es ist schon eine über 25-jährige Tradition, dass die Jugendfeuerwehren zu Beginn des Jahres die Weihnachtsbäume einsammeln“, erinnerte Bürgermeister Weber. Das bedeute auf der anderen Seite, dass die Leute darauf warten. „Die Bevölkerung weiß hier ist eine Jugendfeuerwehr, die steht hinter der Sache, die machen das gerne und helfen die Bäume zu entsorgen. Heute wünsche ich euch, dass ihr diese Arbeit gut meistert“, erklärte Weber. Mit der Bitte aufzupassen. „Es ist teilweise glatt und achtet auf den Verkehr, ihr bewegt euch im öffentlichen Raum!“ Nach den Ermahnungen dankte der Bürgermeister den Jugendwarten und den Begleitern aus den Aktiven Wehren, so wie dem Roßbacher Kücheteam, das für das leibliche Wohl gesorgt hatte.

Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor motivierte mit der Tatsache, dass er als Jugendfeuerwehrmitglied auch schon manchen Weihnachtsbaum geschleppt habe und gab das Buffet frei, das sogleich gestürmt wurde.

Im Anschluss an die gemeinsame Stärkung fuhren die Jugendfeuerwehren von Bieber, Roßbach, Lanzingen/Breitenborn und der Wehr Nord mit Wirtheim/Kassel in ihre Ortsteile, um dem Tannegrün zu Leibe zu rücken. Da war es manchmal gar nicht so einfach den Besitzer ausfindig zu machen, denn Orkan Egon hatte die am Grundstücksrand abgelegten Bäume ganz schön durcheinandergewirbelt. „Der ist gar nicht von mir“, meinte ein Anwohner als er in Bieber freundlich nach einem kleinen Obolus gefragt wurde. Normalerweise gibt’s ja eine kleine Spende für den Abtransport. Na ja, wäre aber auch zu viel verlangt, wenn man für das verblichene Tannegrün des Nachbarn in die Tasche greifen müsste. Aber auch Herrenlose Bäume wurden anstandslos aufgeladen und einer artgerechten Entsorgung zugeführt, denn schließlich soll ja im Dorf wieder Ordnung herrschen. Am Ende einiger strammer Fußmärsche wartet in den einzelnen Ortsteilen ein ordentliches Mittagsmahl auf die fleißigen Holzknechte. In Bieber dampften Spaghetti und Hackfleischsauce in der Feuerwehrküche. Die Lanzinger Helferschar wurde mit Pizza abgefüttert. Die Wehr Nord verputze 96 Hot Dogs und die Roßbacher durften die Reste des Frühstücks vertilgen.

 

Erschienen in der GNZ am 18.01.2017
 

Foto: Die fleißigen Mitglieder der Jugendfeuerwehren