Jugendfeuerwehr hilft beim Umwelttag der Gemeinde Biebergemünd

22.03.2017

Deutschland soll ja Weltmeister im Müll trennen sein, wenn man jedoch in die Landschaft schaut, scheint dieser Titel mehr als fragwürdig. An Straßenrändern, in Gräben und immer wieder mitten in der Landschaft sind die fragwürdigen Hinterlassenschaften so mancher Umweltsünder zu entdecken. Seit knapp 20 Jahren kämpft die Gemeinde Biebergemünd jedes Jahr mit einer Umweltaktion gegen die fragwürdige Praxis der Müllentsorgung an und die vielen Helfern sind dabei noch nicht arbeitslos geworden. „Wir entdecken immer wieder neue Stellen die neu vermüllt sind aber auch Altlasten“, erklärte Jugendwartin Lisa Freund von der Jugendfeuerwehr Bieber. Wie immer waren auch die restlichen Biebergemünder Jugendfeuerwehren aus Roßbach, Lanzingen/Breitenborn und der Wehr Nord Wirtheim/Kassel von mit von der Partie, so wie die Angler IG Kinzig, der Angelsportverein Bieber und der Roßbacher Jagdpächter. In diesem Jahren beteiligten sich auch 10 Schülerinnen und Schüler der Alteburgschule mit ihrem Lehrer an der Umweltaktion die Alteburgschüler wurden vom Lions-Club unterstützt, der auch mit belegten Brötchen für eine ordentliche Grundlage zur Säuberungsaktion sorgte, die so einiges zutage förderte.

Außer sehr viel Kleinmüll kommen immer wieder Autoreifen, so wie diverse ausrangierte Haushaltesgegenstände ans Tageslicht. „Wir haben auch Haufenweise Hundehaufen gefunden“, erklärten die Mitglieder der Roßbacher Jugendfeuerwehr. Die Hundhaufen wurden natürlich nicht eingesammelt, aber man musste ordentlich aufpassen, damit die Schmiere nicht an den Sohlen hängen blieb. Dass krasseste ist, dass einige Hundliebhaber die Hinterlassenschaft ihrer vierbeinigen Lieblinge fein säuberlich in Hundekotztütchen verpacken und die dann in die Landschaft schmeißen. Für den Umweltbeauftragten der Gemeinde Bernd Samer eine völlig idiotische Handlungsweise. Da sei es ja besser die Kacke einfach liegen zu lassen.

Die Bieberer Truppe hatte sich den Parkplatz an der B276 an der Flörsbacher Höhe vorgenommen. Immer wieder sammeln sich hier größere Mengen von Unrat an. „Sehr wahrscheinlich versuchen hier bayerische Mitbürger ihren Müll hier billig zu entsorgen, bei denen wird der der nämlich gewogen“, wissen die eifrigen Umweltdetektive. Etliche Säcke voll mit Plastikmüll, waren hier die Ausbeute. Liesa Freund hatte mit ihrer Gruppe jede Menge Glasflaschen und einige fertig gepackte Müllsäcke in der Landschaft zusammengetragen. In Lanzingen war die Ausbeute auch nicht zu verachten, „leider war nichts brauchbares dabei“, bedauerten die Jugendlichen. Die Kasseler und Wirtheimer Jugendfeuerwehr hatten auch so einiges vorzuweisen, das am Ende in den Müllbehältern der Containerstationen landete, denn jedes Jahr wird wieder Müll entdeckt, der in den Vorjahren übersehen wurde. Nach drei Stunden auf den Spuren des Mülls sammelten sich die Jugendlichen im Dorfgemeinschaftshaus in Lanzingen, wo Hunger und Durst gestillt werden konnte.

Die stellvertretende Gemeindejugendwartin Julia Schmidt, dass wieder alle Jugendfeuerwehren der Gemeinde an der diesjährigen Aktion teilgenommen haben, und begrüßte Bürgermeister Manfred Weber, so wie Bernd Samer den Umweltbeauftragten der Gemeinde. Bürgermeister Weber ließ es sich nicht nehmen den Jugendlichen zu danken. Es sei nicht selbstverständlich, dass man sich bei so einem fiesen Wetter aus dem warmen Bett herausgeschält habe, lobte Weber angesichts der gut 70 Müllwerker. „Der Umwelttag ist ein fester Bestandteil in unserem Jahresablauf und eures Wirkens“, erklärte Weber. Damit und mit der Weihnachtsbaumsammelaktion im Januar gäbe es zwei Termine bei denen sich die Jugendlichen der Bevölkerung zeigten und für soziale Zwecke unterwegs seinen. „Ihr sammelt den Dreck anderer, ihr tut dies in bravouröser Weise und ich möchte mich bei euch für dieses Engagement bedanken und euch ermutigen weiterhin den Jugendfeuerwehren treu zu bleiben und in eurem Freundeskreis zu werben, denn ihr werdet gebraucht“, schloss der Bürgermeister.

„Es ist wahrlich nicht selbstverständlich, dass wir anderen ihren Scheißdreck einsammeln“, drückte Bernd Samer die Sache etwas drastischer aus. „Ihr habt wieder dazu beigetragen, dass es bei uns wieder etwas schöner ist!“ Ein Trostpflaster hatte Samer am Ende doch noch bei seiner Müllbilanz. Die konsequenten und langjährigen Sammelaktion zeigten langsam dahin Wirkung, dass die Müllmenge insgesamt abgenommen habe. Wenn dann noch die Leute, die ihre „Coffee to go Becher“ und andere diverse Überbleibsel ihrer Fast Food Orgien aus dem Autofenster schmeißen, diesen Dreck in Abfalleimern und Mülltonnen entsorgen würden, die in Biebergemünd reichlich zur Verfügung stehen wäre die Welt im schönen Biebertal noch ein bisschen schöner, wie Samer am Ende eines feuchten aber gelungenen Umwelttages erklärte.

 
Erschienen in der GNZ am 22.03.2017