Neues Tanklöschfahrzeug am Feuerwehrstützpunkt Bieber in Empfang genommen

25.11.2017

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus, wie die Aktivitäten einiger Feuerwehrangehöriger in dieser Wiche im Bieberer Feuerwehstützpunkt anzeigten. Da wurden alle Feuerwehrfahrzeuge vor die Halle gefahren und sorgsam aufgereiht. An der Einfahrt wurde ein Wasserwerfer in Stellung gebracht und immer mehr Feuerwehleute trudelten am Stützpunkt ein. Als dann alle Blaulichter der Fahrzeuge aufblitzten und der Wasserwerfer eine große Fontäne in den Abendhimmel spritzte war klar, dass hier ein besonderes Ereignis seinen Lauf nahm. Bald darauf schallte ein Martinshorn in durchdringendem Ton vom Dorfeingang herüber und am Stützpunkt machte sich helle Aufregung breit. Alle drängten sich am Böschungsrand zur Straße, reckten die Hälse und postierten Kameras. Endlich, Eingeweihte wussten es längst, das neue Tanklöschfahrzeug rückte an und jetzt war es auch in Sichtweite und brauste mit lauten Tatü Tata am Stützpunkt vorbei. Der Wasserwerfer, der im großen Bogen als spektakuläres Durchfahrtstor fungieren sollte wurde glatt ignoriert. „Ich fahr doch nicht mit dem neuen Auto durchs Wasser und mach’s nass“, kommentierte Fahrer Andreas Wessely, der zukünftige Fahrzeugwart für das neue Löschfahrzeug, später die Anfahrt durch die Hintertür.

Mit Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund, Wehrführer Thomas Petrausch, dem Stellvertretenden Wehrführer  Michael Seitz und Cheffahrzeugwart Reinhard Freund war er einen Tag zuvor nach Dissen am Teutoburger Wald gereist, um das neue Löschfahrzeug, nach erfolgter Überprüfung, Abnahme und zweitägiger Einweisung, abzuholen. Jetzt stand es endlich blinkend und funkelnd auf dem Hof und wurde ausgiebig begutachtet.

Grund für die Anschaffung des TLF 4000 war die Änderung der Feuerwehrorganisationsverordnung im Jahr 2014, wie Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund erläuterte. „In dieser steht, dass in der Ausrückestufe zwei ein Tanklöschfahrzeug mit mindestens 4000 Liter Wasser innerhalb von 20 Minuten an der Einsatzstelle sein muss“, erklärte Freund. Die neue Verordnung forderte so zum Handeln auf und folglich wurde im Oktober 2014 im Bedarfs- und Entwicklungsplan der Gemeinde Biebergemünd diese Forderung aufgenommen. Die Ausschreibung wurde im Jahr 2016 erstellt und Mitte 2016 wurde das Fahrzeug ausgeschrieben. September 2016 konnte dann der Auftrag zur Beschaffung an die Firma Schlingmann in Dissen vergeben werden. Der Auftrag für die Beladung des Fahrzeuges wurde im Frühjahr diesen Jahres an die Firma Möller in Fulda vergeben. „Nach 15 Monaten Lieferzeit konnte wir jetzt das Fahrzeug überführen“, freute sich der Gemeindebrandinspektor.

Das neue Tanklöschfahrzeug sei ein reines Ergänzungsfahrzeug zu dem bestehenden Fuhrpark, dabei wurde bei der Ausstattung besonderen Wert gelegt auf die Menge der mitgeführten Löschmittel gelegt. Deshalb seien auch keine tragbaren Leitern oder ein Stromerzeuger an Bord. Besonderheiten des Fahrzeugs sind die mitgeführte Wassermenge  von 5500 Litern, ein Schaummitteltank mit 500 Litern, eine Pumpe mit einer Leistung von 3000 Litern Wasser pro Minute, ein fest installierte Wasser-Schaum-Werfer auf dem Dach, 24 kg Metallbrandpulver und 10 kg Kohlendioxid als weitere Löschmittel. „Es entspricht in allen Bereichen der neusten Technik im Feuerwehrwesen“, erklärte Freund weiter. Die komplette Beleuchtung sei in LED-Technik ausgeführt. Bei einem Gesamtgewicht von 18 Tonnen, einer Motorleistung von 340 PS und einem besonders kurzen Radstand von 3,60 Meter sei dies besonders für die vorhandene geographische Lage mit Bergen, Tälern und Wäldern sehr wichtig und erforderlich. „Mit diesem großen Wasser führenden Fahrzeug ist es uns nun möglich verschiedene Objekte abzudecken, wo keine ausreichende Löschwasserversorgung vorhanden ist, wie an der langen Stecke der Bundesstraße, bei Waldbränden, oder bei außen liegende Gehöfte und Objekten“, erklärte Freund.

„Jetzt müssen erst einmal die 60 Mitglieder der Einsatzabteilung in die neue Fahrzeugtechnik eingewiesen  und geschult werden, bevor es in Dienst geht“, erklärte Wehrführer Thomas Petrausch. Das soll bis Anfang 2018 geschehen. Im Frühjahr 2018 ist dann die offizielle Indienststellung mit Fahrzeugsegnung geplant.

Aktuell wurde das nagelneue Tanklöschfahrzeug nach eingehender Besichtigung natürlich erst einmal ordentlich mit Bier begossen und als Grundlage gab es jede Menge Bratwürste, gesponsert aus der Vereinskasse.

 

Erschienen in der GNZ am 25.11.2017
 

Foto: Das neue TLF 4000 beim Empfang am Feuerwehrstützpunkt Bieber