Jahresabschluss des Wehrführerausschusses

23.12.2017

Es ist eine gute alte Tradition, dass sich der Wehrführerausschuss der Feuerwehren von Biebergemünd am Ende des Jahres zu seiner letzten Sitzung im Feuerwehrstützpunkt Bieber trifft. Dabei steht neben einigen offiziellen Punkten vor allem das gemütliche Beisammensein in weihnachtlichem Ambiente im Vordergrund. Die Gemütlichkeit wurde in diesem Jahr jedoch durch einen Paukenschlag getrübt. Anlass war die geplante Überreichung der Ernennungsurkunde von Thomas Petrausch zum 1. Stellvertretenden Gemeindebrandinspektor durch Bürgermeister Manfred Weber. Dieser nahm die Urkunde nicht an. „In den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert. Ich habe jegliches Vertrauen in führende Mitarbeiter des Rathauses so wie der politisch Verantwortlichen in der Gemeinde verloren, deshalb werde ich das Amt des 1. Stellvertretenden Gemeindebrandinspektors nicht annehmen. Zu den jetzigen Umständen und Begebenheiten werde ich gegebenenfalls ein ausführliches Statement an der gemeinsamen Jahreshauptversammlung am 24. Februar geben!“ Die Absage löste Betroffenheit bei den Anwesenden aus und Bürgermeister Manfred Weber kommentierte. „Nehmen wir das erst einmal so hin!“ Nachdem Petrausch darüber hinaus seine Entlassungsurkunde als 2. Stellvertretender Gemeindebrandinspektor nicht erhielt, kündigte er weiterhin an, dass er dieses Amt im Januar kündigen werde.

So startete die fröhliche Weihnachtsfeier des Wehrführerausschusses mit einigen Überraschungen, denn auch Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund sieht das Vertrauensverhältnis getrübt. Bei der Neubesetzung der Stelle des Sachbearbeiters für Brand- und Katastrophenschutz, sei die Feuerwehr zwar bei den Bewerbungsgesprächen beteiligt worden. „Aber als es dann zur Besetzung der Stelle kam wurden wir nicht mehr mit einbezogen. Auch wurde das ganze Thema sehr in die Länge gezogen, so dass beide, von der Feuerwehr favorisierte Kandidaten nach langem hin und her ihre Bewerbung zurückzogen. Die Feuerwehr wurde schlussendlich vor vollendete Tatsachen gestellt, deshalb werde ich, wenn alles so bleibt wie es ist im Januar meine Konsequenz ist im Januar meine Konsequenz ziehen und nach 37 Jahren als Ehrenbeamter der Gemeinde Biebergemünd meinen Rücktritt erklären“, eröffnete Freund.

 Nach diesem Paukenschlag sollte jedoch der gemütliche Teil im Familiären Kreis im Vordergrund stehen, war doch erstmals die komplette Wehrführung der Biebergemünder Ortsteilwehren mit Partnerinnen gekommen. Daneben konnte Freund den Stellvertretenden Kreisbrandinspektor Christian Hinrichs mit Gattin, Bürgermeister Manfred Weber mit Gattin, so wie zu späterer Stunde Kreisbrandinspektor Markus Busanni begrüßen. Es gab auch gute Nachrichten. Ein Höhepunkt des Jahres sei zweifelsfrei die Einweihung des neuen Feuerwehrauses in Roßbach im Mai gewesen. Ferner der Besuch der Bundeskanzlerin, die bei ihrer Landung auf dem Sportplatz in Wirtheim als erstes die Feuerwehrleute des Brandsicherheitsdienstes mit Handschlag begrüßte was auf dem gemeinsamen Gruppenfoto dokumentiert wurde. Bevor es zum gemütlichen Teil überging galt es noch einige Urkunden zu überreichen. Leider kündigte der stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Markus Staab in diesem Jahr, er war 16 Jahre in führenden Positionen in der Wehrführung tätig, mit ihm verlässt Sebastian Gimpel den Wehrführerausschuss, dem er 5  Jahre angehörte. Freund dankte für die geleistete Arbeit und übereichte jedem ein Präsent.  Bürgermeister Manfred Weber hatte neben der Entlassungsurkunde für Staab einige Ernennungsurkunden im Gepäck. Franz Josef Prasch und Steffen Koch aus Roßbach erhielten ihre Ernennungsurkunde als Wehrführer und Stellvertretender Wehrführer, ebenso Torsten Behrens und Dominik Schlosser aus Breitenborn und Heimo Müller und Holger Huth aus Lanzingen.

„Die Feuerwehr ist eine elementare Grundlage  unserer Demokratie, sie gewährt gegenseitig Hilfe in der Not“, erklärte Weber in seiner Ansprache. Jedoch würden die Einsätze immer anspruchsvoller. „Bei immer mehr Dingen, die nicht so laufen wie sie sollen ruft man die Feuerwehr!“ Dabei werde der freiwillige Dienst immer mehr an die Belastungsgrenze herangeführt. „Wir von der gemeindlichen Seite versuchen seit Jahren mit einem Sachbearbeiter im Brand- und Katastrophenschutz hier Abhilfe zu schaffen. Weber sieht hier auch einen Ansatz in der gemeinsamen Arbeit über die Gemeindegrenzen hinweg die müsse auf vielen Gebieten weiter ausgebaut werden. Dabei sei es auch erforderlich, dass  Personen bereit sind Führungsaufgaben zu übernehmen. „Ich möchte auf die Aussage des Gemeindebrandinspektors eingehen, dass er von Konsequenzen gesprochen hat. wenn er diese Konsequenzen zieht würde ich das sehr bedauern. Es ist wie es ist. Ich denke wir haben gemeinsam viel erreicht und dafür bin ich auch dankbar!“

Diese Sichtweise des Bürgermeisters scheint angesichts der Rücktrittsabsichten bei der Gemeindebrandinspektion und beim Wehrführerausschuss nicht angekommen zu sein. Für Petrausch steht fest. „Der 24. Februar wird sehr, sehr interessant sein und ich bin mir sicher, dass da einiges auf den Tisch kommt!“

 

Erschienen in der GNZ am 23.12.2017