Einsatz 36/2019

Das schnelle und professionelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Bieber verhinderte einen katastrophalen Ausgang eines Gebäudebrandes in der engen Ortsbebauung in Bieber, der einige Anwohner vielleicht um Haus und Hof gebracht hätte. (Die GNZ berichtete) Nun wurden Einzelheiten bekannt, die das ganze Ausmaß des Brandes in der Bahnhofstraße vom vergangenen Samstag aufdeckten. Nachdem um 13:41 eine stärkere Rauchentwicklung gemeldet wurde waren bereits um 13:43 der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Thomas Petrausch und um 13:45 der Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund vor Ort. Bereits 5 Minuten nach der Alarmierung wurde mit dem Eintreffen des Einsatzleitwagens mit dem Zugführer Michael Seitz und dem ersten Löschfahrzeug mit der Brandbekämpfung begonnen. Die enorme Schnelligkeit machte sich hier bezahlt, denn der Brand fand wörtlich, aus einem Strohfeuer heraus, über ein mit Teerpappe abgedichtetes Dach reichlich Nahrung und hatte bereits auf ein angrenzendes Wohngebäude übergegriffen. „Was mit einem kleinen Feuer in einem Schuppen in der Bahnhofstraße 11 begann, fand schnell Nahrung und griff auf das angrenzende Wohngebäude Haus Nr. 13 über“, wir haben aufgrund der prekären Lage um 13:48 Uhr auf das Einsatzstichwort F3 erhöht, somit wurden alle Feuerwehren von Biebergemünd, die Feuerwehr Wiesen, die Drehleiter Bad Orb und die Gefahrgutmesskomponente der Feuerwehr Wächtersbach nachalarmiert.

Die enge Bebauung stellte die Feuerwehren vor Herausforderungen. So versuchte noch der Eigentümer den Brand unter Kontrolle zu bringen wobei er sich leichte Verletzungen zuzog und der direkt angrenzende Nachbar des Hauses Mühlstraße Nr. 24 versuchte sein Hab und Gut vom Wohnzimmerfenster aus mit einem Gartenschlauch zu verteidigen. Inzwischen zeigte der 1. Angriff, der vom LF16 aus mit 2 C-Strahlrohren geführt wurde erste Erfolge. Vom TLF16 aus wurde 13:46 mit 2 C-Strahlrohren und er Wärmebildkamera unter Atemschutz der Innenangriff vorgenommen. Die Wehren Roßbach und Lanzingen waren in der Mühlstraße in Stellung gegangen. Die Wehr Lanzingen rückte mit einem C- Strahlrohr in das Haus Nr. 24 vor und löste die Gartenschlauchlöschaktion ab. Die Wehr Roßbach schirmte den Brand vom Hinterhof des Hauses in der Mühlstraße 22 ab.

Um 14:08 Uhr, 29 Minuten nach der Alarmierung konnte „Brand unter Kontrolle“ gemeldet werden, um 14:46 „Feuer aus“. Von der Drehleiter Bad Orb aus wurde die Dachhaut geöffnet und überprüft, inwieweit der Brand im Dachbereich vorgedrungen war. An der Brandstelle waren 45 Feuerwehrleute im Einsatz, davon Acht Atemschutzgeräteträger. In Bereitstellungsraum befanden sich mit der Feuerwehr Wiesen, Breitenborn und Biebergemünd Nord noch sieben Fahrzeuge mit 45 Einsatzkräften. Die Gefahrgutmesskomponente der Feuerwehr Wächtersbach konnte auf der Anfahrt zurückbeordert werden.

Das Feuer hatte sich in Windeseile durch die Dachhaut des Schuppens gefressen und war auf die angrenzenden Wohngebäude übergesprungen. Bei einem verbrannte teilweise der Dachstuhl, beim anderen wurden die Hausfassade und Teile eines Wohnraums durch das Feuer beschädigt. Erste Schadensschätzungen belaufen sich auf ca. 100.000 €. Die Brandursache wird von der Kripo noch ermittelt.

Gemeindebrandinspektor Hartmut Freund wies bei der abschließenden Brandbegehung noch einmal auf das enorme Gefahrenpotential der engen Wohnbebauung hin. „Wir haben beide Häuser Bahnhofstraße 11 und 13 gehalten!“ Zwar sei der Schuppen Totalschaden, jedoch beim dazugehörigen Wohngebäude seien lediglich die Fassade so wie Teile des Dachs beschädigt  worden und beim angrenzende Wohngebäude Haus Nr. 11 wurde zwar der Wintergarten komplett zerstört, jedoch das Übergreifen des Brandes auf das feste Gebäude sei verhindert worden. „Das Nachbarhaus Bahnhofstraße15 war keine zwei Meter weit weg und im selben Bereich befand sich ein Heizöllager“, so Freund. Der sich nicht ausmalen will, was im schlimmsten Fall passiert wäre. „Wir haben in der engen Wohnbebauung des Ortskerns immer Problemstellen, und konnten jetzt zum Glück durch das schnelle Handeln und die gute Ausbildung und Ausrüstung unserer Feuerwehren nicht nur schlimmeres beim direkt vom Brand betroffenen Gebäuden verhindern, sondern auch die angrenzenden Gebäude Bahnhofstraße 9, eine alte Hofreite mit Scheune und Wohnhaus, so wie die Wohnhäuser Bahnhofstraße 15, Mühlstraße 22 und 24 und Schlosshof 5 vor Schaden bewahren“, äußerte sich Freund erleichtert.

Erschienen in der GNZ am 06.08.2019

 

Artikel in der Fuldaer Zeitung